Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Darmstadt-Dieburg hängt maßgeblich davon ab, ob es gelingt, vermehrt junge Unternehmer zu motivieren ein Unternehmen in unserem Landkreis zu gründen. Für uns, als politische Jugendorganisation, ist es besonders wichtig, die Arbeitsplätze und Zukunftschancen von morgen in unserem Landkreis zu sichern. Wir setzen uns daher dafür ein, dass Darmstadt-Dieburg ein Ort neuer Ideen, innovativer Startups und einer lebendigen Gründerszene wird.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt gilt als eines der führenden Startup Zentren in Hessen. In den letzten Jahren haben sich viele junge Firmen (z.B. AUTHADA) hier niedergelassen. Jedoch scheint für viele junge Unternehmer aus der High-Tech Branche Darmstadt-Dieburg, als direkter Nachbar von Darmstadt, aktuell nicht attraktiv genug zu sein, um hier ein Unternehmen zu gründen bzw. sich hier niederzulassen. So haben bspw. nur wenige Startups, welche aus der TU Darmstadt hervorgegangen sind oder von ehemaligen Absolventen der TU Darmstadt gegründet wer-den, ihren Standort in Darmstadt-Dieburg.

Wir möchten uns daher dafür einsetzen, dass in Zukunft auch Darmstadt-Dieburg von der positiven Lage Darmstadts profitiert und sich vermehrt Startups und junge Unternehmen hier niederlassen.

Darmstadt-Dieburg als Wohnort für Fachkräfte attraktiver machen

Viele junge Unternehmer gründen ihr Unternehmen an bzw. in der unmittelbaren Nähe ihres aktuellen Wohnortes. Daher wollen wir, dass Darmstadt-Dieburg attraktiver für Studenten und Fachkräfte wird.

Wir setzen uns für einen besseren, flexibleren und schnelleren öffentlichen Nahverkehr nach Darmstadt und Frankfurt ein. Insbesondere soll es auch nachts möglich sein gut und schnell in den Landkreis zu kommen. Außerdem müssen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, die Fahrzeit im ÖPNV produktiver zu nutzen. Wir fordern daher für alle Busse und Bahnen ein öffentlich nutzbares WLAN.
Des Weiteren fordern wir den Landkreis auf, aktiver Werbung für den Wohnort Darmstadt-Dieburg zu machen. Dies kann zum Beispiel mit Verweis auf die niedrigeren Mieten im Vergleich zur Stadt Darmstadt oder auf die insgesamt gute Verkehrsanbindung im Rhein-Main Gebiet passieren.

Außerdem begrüßen wir den Bau bzw. Ausbau von Forschungseinrichtungen in der Nähe. Gute Beispiele sind hierfür die Forschungseinrichtung FAIR des Helmholzentrums für Schwerionenforschung sowie das IT-Forschungszentrum CRISP. Diese stellen einen wichtigen Standortfaktor für die Gewinnung von Fachkräften in der Region dar.

Unternehmer und Investoren nach Darmstadt – Dieburg holen

Um mehr Unternehmen nach Darmstadt-Dieburg zu holen ist es wichtig, dass sich unser Landkreis als wirtschaftlich attraktive und moderne Region zeigt.
Ein zunehmend wichtiger werdender Standortfaktor ist der Breitbandausbau. Wir fordern daher in geeigneten Gebieten des Landkreises (z.B. Gewerbe- und Industriegebiete), eine Internetverbindung von mehr als 1Gbit/s zu schaffen. Diese soll es vor allem Startups und Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnik und Automatisierungstechnik ermöglichen dort ansässig zu werden. Wir setzen uns zudem für den allgemeinen Breitbandausbau im Landkreis ein. Hierbei soll insbesondere darauf geachtet werden, dass zukünftige Erweiterungen bzw. technische Erneuerungen günstig und schnell möglich sind.

Allgemeine Bedingungen für Startups und junge Unternehmen verbessern

Neben den kommunalen Maßnahmen ist es ebenfalls sehr wichtig, auf Landes- und Bundesebene wichtige Weichen für einen attraktiven Wirtschaftsstandort in Hessen und Deutschland zu stellen.

Wir setzen uns dafür ein, Unternehmungsgründungen stark zu vereinfachen. So be-grüßen wir die Idee, die Kosten für eine Unternehmensgründung durch Entbürokratisierung zukünftig auf 100€ und maximal 3 Tage Bearbeitungszeit zu senken. Als gutes Beispiel hierfür kann Estland genannt werden, wo eine Unternehmensgründung online innerhalb von 20 Minuten möglich ist.

Außerdem fordern wir, jungen Unternehmen den Zugang zur Börse zu erleichtern. So würden wir die Einrichtung eines speziellen Börsenplatzes für High-Tech-Startup-Unternehmen begrüßen.

Die Vermittlung von Grundlagen des wirtschaftlichen Handelns und elektronischer Datenverarbeitung (Netzwerke, Datenbanken, Algorithmen) soll in Zukunft vermehrt in den Lehrplänen der allgemeinbildenden Schulen sowie als überfachliche Qualifikation in Studium, Aus- und Weiterbildung verankert werden.

Der Landkreis steht vor einer großen Herausforderung: Wir sind inmitten des Rhein-Main-Gebietes einer der Wirtschaftsmotoren der Bundesrepublik, doch wir möchten davon profitieren, dass sich im Großraum Frankfurt der bedeutendste Internet-Knoten der Welt befindet und sich das Kapital in den Wirtschaftszentren unseres Landes erhöht. Daher gilt es nun die Grundlagen und Anreize für junge Unternehmen zu schaffen und den Weg für neue Ideen, innovative Start-ups und eine lebendige Gründerszene zu ebnen.

« 99. Landestag der Jungen Union Hessen in Hünfeld